Streifenarchiv


Freitag, 17. September 2010

»Blöde Schanell«

Wieder einmal stutzte das Zebra bei der Wahrnehmung einer Werbebotschaft. Zebras Hirn verarbeitet akustisch die Wörter nicht im Sinne des Anbieters. Tränen fließen – beim Zebra vor Lachen und beim Werbenden sicher vor Kummer, weil das sprachtechnisch im Deutschen nicht so funktioniert, wie man sich das gedacht hat.

Diese Kampagne für einen neuen Männerduft muss teuer gewesen sein, sehr teuer! Kein geringerer als Martin Scorsese hat den Streifen für Chanel aufgenommen. Das Problem ist nur, dass nach dem Slogan »Be Unexpected« der Rest ein unfreiwilliger Brüller wurde – zumindest im deutschsprachigen Raum . Das hat sich die feine Firma so wahrscheinlich nicht vorgestellt. (Einen ähnlichen Fall hat Zebra ja schon einmal dokumentiert.)

Tja, liebe Firma Chanel. Man sollte sich schon ein paar Gedanken darüber machen, wie man im fremdsprachigen Raum so ankommt. Damit sind ja schon einige auf die Nase gefallen. Der Klassiker war ja die unintelligente Bezeichnung »Silver Mist« für einen Rolls Royce in Deutschland. Oder z. B. gibt es eine ägyptische Fluglinie mit dem Namen »Misair«. Klingt wie »misere«, also Notlage. Guten Flug! »Nescafé« ist in Portugal ganz doof. »N'es cafè« heißt »kein Kaffee«. Eine australische Fluglinie heißt »EMU«. Klar, macht Sinn. Macht Condor ja auch. Einziger Unterschied, der Kondor kann fliegen, der Emu nicht! Elektrolux bewarb einst einen Staubsauger in den Staaten mit »Nothing sucks like an Elektrolux«. Ihr seid also nicht allein mit eurer arroganten Dummheit, liebe Firma Chanel.

Und dann die aberwitzige Story, die Chanel um ihr Duftwässerchen gebaut hat! Deren Sinn ist dem Zebra auch nicht ganz klar geworden. Sei's drum, das hat mal wieder Spaß gemacht. Dafür gibts einen blauen Streifen – weil zumindest die Farbe eures Produktes 'rübergekommen ist. Merci beaucoup!


Streifen: blau