Streifenarchiv


Montag, 26. Oktober 2009

"We're so professional" und die Herbstdepression

Ab gestern wird aus Zebras Herbstfrust wieder die Herbstdepression. Die Uhren wurden umgestellt und Zebras schwarze Streifen drücken mächtig auf der Seele beim immer früher Dunkelwerden.

Gerade hat Zebra erst wieder den Semsteranfang-Streifen an der FH verknüsert. Was war das wieder für ein Chaos! Die Bachelor-Studiengänge machen das Leben wirklich nicht einfacher. Seit nunmehr 3 Jahren basteln wir daran herum – mehr oder weniger professionell. Meist weniger. Die Damen & Herren des Professorenlagers weigern sich nachhaltig, so etwas wie einen Stundenplan zu kreieren. Das ist einer Hochschule für Gestaltung nicht würdig. Stimmt vielleicht. Aber notwendig ist er! Bestehen doch die Bachelor-Studiengänge aus nichts anderem als aus einem straffen Stundenplan. Weil aber das Veranstaltungs- und Seminar-Gestaltungslager völlig planlos und ohne Überblick plant, hatte das diesmal einmal mehr zur Folge, dass sich Pflichtkurse mal wieder überlagerten und die Studierenden überhaupt keine Chance hatten, ihr Soll erfüllen zu können. Und niemand hat's gemerkt! Toll!

Besonders betroffen war mal wieder Zebra. Zu meinen ersten Kursterminen kam kein Mensch. Normalerweise sind es pro Kurs ca. 20 Nasen. Zebra hat dann bei seinem Modulbeauftragten Alarm geschlagen und das Erstaunen war groß. Das Eingestehen eines peinlichen Schnitzers hätte den Herrschaften besser zu Gesicht gestanden. Immerhin sind sie tätig geworden. So viele Terminänderungsvorschläge für meine Kurse, vor allem absurde und sinnlose, habe ich selten erhalten. Erschwert wurde das Hin- und Hergeschiebe von Terminen besonders durch das Kompetenzgezicke der Verantwortlichen, was aber auch bei Zebra zuweilen eine gewisse Belustigung aufblitzen ließ. Vorwiegend aber erzeugte das Theater fassungsloses Kopfschütteln und eine gewisse Stimmung, die gut in einen düsteren Herbst passt. Aber so ist das: Externe Lehrbeauftragte sind kleine Lichter, was man daran merkt, dass sie mit ihren Angeboten herumgeschubst werden und auch noch für kaum mehr als für Gottes Lohn arbeiten dürfen. Die Herren & Damen Professoren legen ihre Kurse so, wie es für sie schön bequem und angenehm ist, der Rest darf sich drumherum drapieren. Vergessen wird immer, dass wir Externen unser Geld zum Leben woanders verdienen müssen und demnach nicht so flexibel sind und vor allem: Das Geld landet nicht im Abo auf unserem Konto wie bei den Damen & Herren mit dem Titel davor. Zebra sagt Danke! Danke für die großartige Sensibilität und für das große Herz für freie Mitarbeiter!

Die Krönung war dann ein Spaziergang am Kanal. Ziel: Sonne tanken, besser draufkommen. Schon nach fünf Minuten rückte das Ziel sehr sehr weit weg. Zunächst dümpelte ein kleiner toter Hund im Wasser und an der nächsten Brücke waren Kreuze und Blumen aufgestellt, Botschaften hingen an den Pfeilern. Gerade mal 16 Jahre alt und Tschüss. Herzlich willkommen in der finsteren Zeit!

Streifen: schwarz